Edenkoben (Rheinpfalz)
Die älteste Städteverbindung besteht nach Edenkoben in der Pfalz. Von Anfang an spielte der Wein eine große Rolle in der Partnerschaft, so beim ersten Patenweinfest im Jahre 1955. Mittlerweile gehören sowohl das Patenweinfest wie die pfälzische Weinschänke am Stadtfest zur Tradition. Gewachsene Freundschaften, regelmäßige gegenseitige Besuche - oft auch auf privater oder Vereinsebene - erfüllen die Verbindung mit Leben.
70 Jahre Städte-Patenschaft Dinkelsbühl-Edenkoben
Die älteste Städteverbindung Dinkelsbühls besteht seit 1955 nach Edenkoben in der Pfalz. Diese Verbindung wird von den Städten beiderseits als „Patenschaft“ bezeichnet. Sie hat ihren Ursprung in dem Bemühen, durch die Herstellung von Freundschaftsbanden auch das Interesse für den Pfälzer Wein zu wecken. Von Anfang an spielte deshalb der Wein eine große Rolle in der Partnerschaft. Gewachsene Freundschaften, regelmäßige gegenseitige Besuche - oft auch auf privater oder Vereinsebene - erfüllen die Verbindung mit Leben. Enge Verbindungen gibt es insbesondere über die Sportvereine, die Gruppen der Kinderzeche und die Feuerwehren. Mitte Juni wurde in Edenkoben das 70-jährige Bestehen dieser Patenschaft groß gefeiert. Dazu waren Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer, der Zweite Bürgermeister Georg Piott, die Stadträte Ulrike Fees, Robert Tafferner, Paul Beitzer, Dr. Matthias Lammel und Matthias Schreiber sowie der im Rathaus für Städtepartnerschaften zuständige Hauptamtsleiter Thomas Staufinger ebenso in Edenkoben wie eine Busgruppe mit zahlreichen Dinkelsbühler Bürgerinnen und Bürgern. Verstärkt wurden alle durch die Dinkelsbühler Knabenkapelle, die Schwedentänzer der Kinderzeche sowie Abordnungen der Feuerwehren Dinkelsbühl und Sinbronn.
Nach einer Begrüßung durch Stadtbürgermeister Daniel Poth stand eine gewandete Stadtführung auf dem Programm, bei der die Gäste viel Interessantes über die Stadt erfuhren. Im Rahmen eines Festaktes auf der Festbühne wurde das Jubiläum dann offiziell gewürdigt und auf die Bedeutung dieser besonderen Verbundenheit zwischen den beiden Städten hingewiesen. Alle Anwesenden verkosteten dort dann auch das mitgebrachte, extra zum 70-jährigen Jubiläum gebraute „Freundschaftsbräu“ – freuen sich doch die Edenkobener immer riesig darüber, Dinkelsbühler Bier zu bekommen. Dieses kann in Edenkoben auch käuflich erworben werden.
Stadtbürgermeister Daniel Poth überreichte der Dinkelsbühler Delegation ein Mandelbäumchen als Gastgeschenk. Dieses soll am Kreisverkehr am Gaisfeld - der der Patenschaft gewidmet ist - eingepflanzt werden. Oberbürgermeister Dr. Hammer übergab eine Ansicht der Stadt (Türme und Häuser) mit gelaserter Inschrift zur Patenschaft für den Schreibtisch des Stadtbürgermeisters, damit dieser – falls die Sehnsucht nach Dinkelsbühl zu groß wird – jederzeit darauf schauen kann sowie eine Flasche Dinkelsbühler Schnaps.
Abends konnte sich dann jeder in den Trubel der „Owwergässer Winzerkerwe“ in der Klostergasse stürzen, um dort den Edenkobener Wein und die Pfälzer Spezialitäten zu genießen. Gefeiert wurde bei Musik und lauen Temperaturen bis spät in die Nacht.
Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Festgottesdienst, bei dem die Freundschaft im Mittelpunkt stand und der von der Dinkelsbühler Knabenkapelle musikalisch umrahmt wurde. An den Gottesdienst schloss sich ein Standkonzert der Dinkelsbühler Knabenkapelle mit einem Frühschoppen an.
Beim anschließenden Großen Festzug durch die Innenstadt war Dinkelsbühl traditionsgemäß mit der Knabenkapelle, den Schwedentänzern sowie der Feuerwehr Sinbronn vertreten. Diese hatte extra wieder die alte Handspritze mit nach Edenkoben transportiert und sorgte bei den Zuschauern für die ersehnte Abkühlung, die bei den heißen Temperaturen dankbar angenommen wurde.
Im nächsten Jahr findet dann die „Rückfeier“ zum Jubiläum in Dinkelsbühl statt.
Porvoo (Finnland)
Porvoo ist eine historische Stadt und Bischofssitz im Süden von Finnland mit rund 20.000 Einwohnern in der alten Kernstadt. Malerische bunte Holzhäuser, der Dom und die engen Gassen zählen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. 1997 erfolgte der Zusammenschluss mit der "Landskommun", so dass die Gebietskörperschaft jetzt ca. 60.000 Einwohner hat. In der Stadt lebt ein großer schwedischsprachiger Bevölkerungsteil, was auch durch die gebräuchliche schwedische Schreibweise "Borga" dokumentiert wird.
Die Partnerschaft besteht seit 1961 und wird durch gegenseitige Besuche sowohl von offizieller Seite als auch durch zahlreiche private Kontakte lebendig gehalten. Der letzte Besuch im finnischen Porvoo fand im Jahr 2013 statt.
Guérande (Frankreich)
Guérande ist eine Stadt an der französischen Atlantikküste mit ca. 12.000 Einwohnern. Der mittelalterliche Stadtkern und die Lage am Meer machen sie zu einem vielbesuchten Ausflugsziel. Typisch für Guérande sind die Salzgärten zur Gewinnung von Meersalz.
Die Partnerschaft besteht offiziell seit den Jahren 1962/63; erste Kontakte gehen aber bis in die 50er Jahre zurück und haben ihre Anfänge noch vor dem deutsch-französischen Vertrag. Die Verbindung wird auf allen Ebenen gepflegt, es gibt einen lebhaften Schüleraustausch und zwischen zahlreichen Vereinen bestehen Kontakte. Unterstützt und getragen wird die Partnerschaft außerdem vom Freundeskreis Dinkelsbühl-Guérande.
Das Jubiläum "60 Jahre Partnerschaft Dinkelsbühl - Guérande" wurde im Dezember 2022 ausgiebig in Dinkelsbühlgefeiert. Vom 1. bis 5. Juni 2023 fanden die Feierlichkeiten in Guérande statt.
Die Siebenbürger Sachsen
Im Mai 1951 wurde die "Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland" als eingetragener Verein und damit als Interessenvertretung der aus dem Siedlungsgebiet im heutigen Rumänien Geflohenen oder Vertriebenen gegründet. An Pfingsten 1951 fand auch der erste Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl statt. Die alte historische Stadt mit ihren Toren und Türmen erinnerte wohl viele an die wehrhaften Städte und Dörfer Siebenbürgens.
Inzwischen über 60 Heimattage, jeweils zu Pfingsten, haben Dinkelsbühl zu einem der Mittelpunkte siebenbürgisch-sächsischen Lebens in Deutschland werden lassen. Angesichts dieser Tatsache vereinbarten Stadt und Landsmannschaft am 25. Mai 1985 während des Pfingsttreffens eine Partnerschaft mit dem Ziel "die gewachsenen Beziehungen zu festigen und zu fördern". In Anerkennung der gefestigten Beziehungen zur Landsmannschaft und der Leistungen bei der Eingliederung der Neuankömmlinge wurde die Stadt im Jahre 1997 mit der Goldenen Plakette beim Bundeswettbewerb "Vorbildliche Integration der Aussiedler" ausgezeichnet.
Sighisoara - Schäßburg
Am 24. Juli 2001 beschloss der Stadtrat von Dinkelsbühl, mit der rumänischen Stadt Sighisoara, dem ehemals siebenbürgischen Schäßburg, freundschaftliche Beziehungen aufzunehmen. Fünfzig Jahre nach dem ersten Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl wird auf diese Weise wieder eine Brücke zurück in die alte Heimat der Siebenbürgen geschlagen.
Im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung mit dem Bundesvorstand der Siebenbürger Sachsen in Deutschland beschloss der Stadtrat von Dinkelsbühl am 4. November 2005 einstimmig, eine Städtepartnerschaft mit Sighisoara einzugehen. Auch in der Partnerstadt war bereits Ende Oktober ein entsprechender Beschluss gefasst worden.
Der Freundeskreis Dinkelsbühl-Schäßburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Partnerschaft auf allen Gebieten zu unterstützen und mit Leben zu füllen.
Die Deutschen Kulturtage in Schäßburg erleben
Eine sechsköpfige Delegation aus Dinkelsbühl war vom 28.05. bis 02.06.2025 in die Partnerstadt Schäßburg eingeladen, um an den Deutschen Kulturtagen teilzunehmen. An der Spitze Oberbür-germeister Dr. Christoph Hammer, Bürgermeisterin Nora Engelhard und 2. Bürgermeister Georg Piott, die Vorsitzende des Freundeskreises Dinkelsbühl – Schäßburg/Sighișoara, Frau Melitta Thamm, sowie der im Rathaus für Städtepartnerschaften zuständige Hauptamtsleiter Thomas Staufinger mit Begleitung.
Nach der Ankunft in Hermannstadt und der Begrüßung durch die Geschäftsführerin des Demokratischen Forums in Schäßburg, Andrea Rost, ging es zunächst nach Birthälm. Dort besichtigte die Gruppe die größte Kirchenburg in Siebenbürgen. Knapp dreihundert Jahre lang war Birthälm Bischofssitz. Heute zählt die Kirchenburg zu den beliebtesten touristischen Reisezielen des Lan-des und wurde in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Pfarrer Ulf Ziegler führte durch die Kirchenburg und wusste viel Informatives zu berichten. Besonders sehenswert war das mittelalterliche Chorgestühl aus geschnitztem Lindenholz, das mit aufwendigen Intarsien dekoriert ist und aus dem Jahr 1514 stammt.
Am nächsten Tag folgte der Besuch eines mit EU-Mitteln geförderten Weingutes in Mica mit anschließender Weinverkostung, ehe sich am Abend in Schäßburg ein Abendessen mit Vertretern der Stadtverwaltung – u.a. mit Bürgermeister Ioan-Iulian Sîrbu -, des Demokratischen Forums sowie verschiedenen Institutionen der Stadt anschloss.
Am Freitag stand ein Besuch in der Bergschule in Schäßburg auf dem Programm, bei dem Schüler eine Präsentation über die interessante Geschichte dieser Schule vorbereitet hatten. Mittags fand ein Empfang im Rathaus der Stadt durch Bürgermeister Ioan-Iulian Sîrbu statt, an der auch die Vizebürgermeisterin sowie mehrere Verwaltungsvertreter teilnahmen. Vor 20 Jahren, am 4. November 2005, beschloss der Stadtrat von Dinkelsbühl einstimmig, eine Städtepartnerschaft mit Schäßburg einzugehen. Auch in der Partnerstadt war damals bereits Ende Oktober ein entsprechender Beschluss gefasst worden. Beide Bürgermeister wiesen auf die Bedeutung dieser Städtepartnerschaft und auf die Gemeinsamkeiten beider Städte hin - u.a. werden auch in Schäßburg derzeit Teile der Stadtmauer saniert. Die beiden Bürgermeister waren sich einig, dass gerade in politisch so turbulenten Zeiten wie wir sie derzeit haben, die enge Verbundenheit zwischen den beiden Städten umso wichtiger ist.
Am Nachmittag nahmen die Dinkelsbühler am Programm der Deutschen Kulturtage teil. Diese wurden vor dem Venezianischen Haus mit Grußworten der Ehrengäste sowie Tänzen der Kindertanzgruppe „Burgspatzen“ und der Jugendtanzgruppe eröffnet. Thema der Kulturtage waren die „Überschwemmungen der Jahre 1970 und 1975“ in Schäßburg und so schloss sich an die Eröffnung ein Vortrag von Christa und Viorel Rusu über die „Ursachen und Auswirkungen der Überschwemmungen in der Geschichte Schäßburgs“ an. Ebenso beeindruckend war der Schülerbeitrag „teppICH – eine Geschichte der Kindheit“ von Schülern der Bergschule. Die Gruppe besuchte auch die Ausstellung „Schäßburg im Zeichen der Flutkatastrophen“.
Der Samstag stand ganz im Zeichen mehrerer Ausstellungen und Vorträge und war geprägt von Erinnerungen, Presserückblicken und einer Buchvorstellung. Entspannt ließ man den Abend mit einem Grillabend im Schänzchen ausklingen, bei dem sich Einheimische wie Gäste bestens bei Musik und Tanzvorführungen bis spät in den Abend unterhielten und gemeinsam feierten.
Am Sonntag gab es einen Festgottesdienst, gehalten von Pfarrer Dr. Bruno Fröhlich, ehe im Anschluss an Otto Lurtz gedacht und die neue Kokelbrücke nach ihm benannt wurde. Otto Lurtz war der „Held von Sighișoara“, der es schaffte, bei den Überschwemmungen von 1970 mithilfe eines von ihm gebauten Bootes 52 Menschen vor dem Tod zu retten. Seine Leidenschaft für Boote erbte er von seinem Vater; umso tragischer, dass er eben diesen nicht vor dem Ertrinken retten konnte. Seine heldenhafte Tat wurde 2007 gewürdigt, als ihm der Titel „Ehrenbürger von Sighișoara“ verliehen wurde. Im Rahmen der Ausstellung gab es das Original-Boot zu sehen.
Am Nachmittag wurden Tanzvorführungen und Musik der Bläsergruppe auf dem Burgplatz dargeboten, ehe es danach nach Hermannstadt weiterging. Dort gab es eine kleine Stadtführung und im Anschluss ein gemeinsames Abendessen mit Vertretern der Wirtschaft sowie der M&V Schmidt-Stiftung.
Insgesamt waren die Tage geprägt von vielen freundschaftlichen Treffen und Gesprächen sowie interessanten Besichtigungen und Vorträgen. Der Besuch wurde auch gleichzeitig dazu genutzt, um über die Vorbereitung der Bürgerreise im Herbst zu sprechen. Diese Reise wird vom 01. – 08. Oktober 2025 stattfinden und das genaue Programm bis Juli vorliegen. Eine gute Gelegenheit, nochmals das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zu feiern.
Für Pfingsten 2026 wurde ein Gegenbesuch der Freunde aus Schäßburg bereits fest vereinbart.
Heimatkreis Mies-Pilsen
Nach Kriegsende 1945 fanden auch zahlreiche aus dem ehemaligen Sudetenland geflohene oder vertriebene Menschen in Dinkelsbühl eine neue Heimat, darunter viele aus der ehemals "königlich privilegierten Bergstadt Mies". Viele davon gründeten Gewerbebetriebe und trugen nicht unerheblich zum Aufschwung Dinkelsbühls bei.
1950 hielt daher der Heimatkreis Mies-Pilsen seinen ersten Heimattag in Dinkelsbühl ab. Am 15. Juli 1953 beschloss der Stadtrat, die Patenschaft über den Heimatkreis der Stadt Mies und den ehemaligen Landkreis zu übernehmen. Diese Patenschaft wurde während der Kinderzeche 1954 durch den damaligen Ersten Bürgermeister Rudolf Schmidt feierlich bestätigt.
Im Rahmen des zehnten Heimattages wurde 1960 in der Kapuziner - Kirche die Wallfahrts - Gedenkstätte geweiht.
Inzwischen sind zwischen Dinkelsbühl und dem tschechischen Stribro, dem alten Mies, freundschaftliche Beziehungen entstanden, die vom Vorsitzenden des Heimatkreises, Felix Vogt, nach Kräften unterstützt werden.
JingJiang (China)
Zusammen mit dem Landkreis Ansbach sowie den Städte Ansbach, Feuchtwangen und Rothenburg ist auch die Stadt Dinkelsbühl seit Oktober 2004 an der Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Jingjiang am Jangtse beteiligt. Das Stadtgebiet von Jingjiang umfasst eine Fläche von insgesamt 673 km²; die 660.000 Einwohner sind auf 12 Gemeinden verteilt. Die Wirtschaft ist geprägt von der Textilindustrie, Schiffsbau und Automobilzulieferern, aber auch elektromechanische, pharmazeutische und chemische Industrie haben sich hier angesiedelt.








