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10 Jahre Städtepartnerschaft Dinkelsbühl – Schäßburg

„Wir freuen uns in unserem Schäßburg zu sein“, so Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer bei den Feierlichkeiten zum 10-jährigen Partnerschaftsjubiläum am 6. Mai 2016 in der „Perle Siebenbürgens“.

Städtepartnerschaft
Eine Dinkelsbühler Delegation mit Oberbürgermeister Dr. Hammer, den Bürgermeistern Paul Beitzer, Stefan Klein sowie Vertretern der Verwaltung und des Freundeskreis Dinkelsbühl-Schäßburg reiste Anfang Mai nach Rumänien, um am Festakt in Schäßburgs Rathaus teilzunehmen. Schäßburgs Interimsbürgermeister Ionel Gavrila wünschte sich in seiner Ansprache, dass „die Partnerschaft auch in Zukunft erfolgreich sein wird“. Er sieht die Bedeutung der Partnerschaft neben dem kulturellen v.a. im wirtschaftlichen Bereich. Dr. Hammer betonte, dass die Grundwerte Toleranz, Friede und Freiheit im Text der Partnerschaftsurkunde stehen und stellte die Frage „Wer hätte damals vor 10 Jahren gedacht, dass diese Werte wieder so gefährdet erscheinen?“. Dr. Jürgen Walchshöfer, ehemaliger Dinkelsbühler Bürgermeister und Vorsitzender des Freundeskreises Dinkelsbühl – Schäßburg, bezeichnete die Feierlichkeit als eine der Höhepunkte des Jahres 2016. „Ich freue mich dabei zu sein.“ Städtepartnerschaften sind das Ergebnis aus dem Ende des zweiten Weltkriegs. „Spätestens wenn man in den Nahen Osten sieht, was dort an jahrtausendlanger Geschichte zerstört wird, merkt man, wie eng der Erhalt historischer Städte und der Erhalt des Friedens zusammengehören.“
 
Städte Siebenbürgens kennengelernt
Dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten ging eine Stadtführung in der Mittelalterlichen Stadt voraus. Besonders die Bergkirche mit dem Friedhof sowie der Stundturm sind in Schäßburg sehr sehenswert. Bereits das ca. 100 km entfernte Herrmannstadt konnten die Dinkelsbühler bei einer Stadtführung kennenlernen. Dieses einstige Zentrum der Siebenbürger Sachsen erlangte 2007 den Rang eines europäischen Kulturdenkmals. Bürgerhäuser, Kirchen und Plätze sowie Oberstadt mit dem bekannten Platz „Piata Mare“ als auch die handwerklich geprägte Unterstadt beeindruckten die Delegation der Wörnitzstadt. Beeindruckend war ebenso der Besuch der Kirchenburg Malmkroog und Kronstadt.

Erstklassige  Audienz in der Botschaft
Den Abschluss der 5-tägigen Rumänien-Reise bildete der Besuch in der Hauptstadt Bukarest. Werner Hans Lauk, Botschafter der Bundesrepublik in Rumänien, hatte die Dinkelsbühler zum Empfang geladen. Im edelsten Ambiente, bei genauer Sitzordnung und sternförmig angeordneten Spargel, waren die Besucher überrascht von dieser erstklassigen  Audienz.    

Gegensätzliche Eindrücke
Viele Eindrücke aus der Partnerstadt, aus der Region Siebenbürgen und aus dem Land Rumänien wurden mit heimgebracht. Eine wunderschöne saftig grüne Landschaft, bunte Straßendörfer und prächtige historische Gebäude haben sich in die Köpfe der deutschen Gäste eingeprägt. Zahlreiche interessante Aspekte erzählten die Stadtführer und die siebenbürgischen Freunde. Die Beliebtheit deutscher Schulen und die damit verbundene Hoffnung in Deutschland später mal das Geld zu verdienen, kamen nicht nur einmal zu Sprache. Die eigendynamische Entwicklung Rumäniens stockt leider zudem dadurch, dass aufgrund der weltweiten Globalisierung ausländische Produkte allgegenwärtig einfach zu haben sind. „Lediglich nur noch eine Frau im Dorf backt Brot. Die eingepackten Backwaren im Lebensmittelladen sind zu verlockend“, stellte der örtliche deutsche Pfarrer anschaulich die Situation dar. Kulturelle und Verkehrs-Infrastruktur wurden und werden mit EU-Mitteln gefördert. Es fehlen jedoch die dauerhaften Unterhaltsmaßnahmen und die nötigen Eigenmittel, damit die getätigten Investitionen tatsächlich den nächsten Generationen im vollen Umfang bereit stehen können. „Mit Besorgnis mussten wir feststellen, dass viele historische Gebäude, insbesondere auch Kirchen, leer stehen und dem Verfall preisgegeben sind. Es schmerzt uns und die siebenbürgischen Freunde, die Leere zu sehen. Leider herrscht seit Monaten, aufgrund noch ausstehender Wahlen, eine gewisse Leere in der Politik und Verwaltung in vielen Städten und Kommunen Rumäniens. Und: Der Bezug ehemaliger Siebenbürgischer Landsleute zu ihrem Heimatland schwindet von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Die Identifikation und damit die Hilfe geht von Generation zu Generation verloren“, stellt Dr. Hammer bei seinen Besuchen zunehmend fest.  
Es war und ist das Ziel voneinander und miteinander aus der Vergangenheit und Gegenwart für die Zukunft zu lernen. Die Reise hat zu einem gegenseitigen Kennenlernen beigetragen. „Das Kennenlernen Siebenbürgens und seiner Bewohner ist wichtig, um Verständnis und Vertrauen für Land und Leute der Partnerstädte zu bekommen“, waren sich die Reisenden einig.