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Große Kreisstadt mit großen Investitionen

Dinkelsbühl 07.10.14 / In den Supermärkten warten bereits jetzt im Frühherbst palettenweise Spekulatius- und Lebkuchen auf ihre Vernascher. Die Gebäckwaren zahlreicher namhafter Markenhersteller wie Nestlé oder Bahlsen und „No-Names“ aus dem In- und Ausland wollen verspeist werden. Fast niemand von uns denkt dabei daran, dass die Schachteln schon einmal in der westmittelfränkischen Stadt Dinkelsbühl waren. Die Schachteln, besser gesagt die Einsätze, der Gebäckverpackungen werden in der Wörnitzstadt hergestellt. Konstruktion, Mustererstellung, Produktion und Qualitätskontrolle – alles erfolgt in einem Werk für Kunststoffverpackungen im Dinkelsbühler Industriegebiet.

So mancher Margarinebecher, den die Hausfrauen in der anstehenden Advents- und Backzeit in der Hand halten wird, geht ebenso in einer Dinkelsbühler Firma vom Band. Das waren nur zwei Beispiele.
Auf viele Weltfirmen trifft man in Dinkelsbühl. Die Branchen reichen von Lebensmitteln über Paketdienstleister, Maschinenbau und Kunststoffproduktion bis zur Baustoffherstellung.
Einmal im Monat von Italien nach Dinkelsbühl

Ca. einmal im Monat steigt einer der Brüder Sergio, Silvano, Giovanni, Ettore oder Giulio Bettio in Carimate am Comer See ins Auto und fährt in das etwa fünf Stunden entfernte Dinkelsbühl. Die fünf Italiener haben nicht nur drei Werke für die Herstellung von Wand- und Dachpaneelen in ihrem Heimatland und ein Werk in Spanien, sondern seit 2012 auch eine Präsenz in Nordeuropa, in Deutschland, in Dinkelsbühl „Wir haben mit Dinkelsbühl einen sehr attraktiven Standort gefunden, der uns eine hervorragende Infrastruktur bietet und uns eine schnelle Versorgung unserer Kunden vor Ort sowie in Nord- und Westeuropa“, bekräftigt Markus Bauer, Chief Operation Officer des Dinkelsbühler Werks. „Die Auslastung steigert sich Monat und Monat und die Planungen für eine Werksverdoppelung mit Ziel 2016 laufen.“

Über 115 Mio Euro Investitionen stehen auf der Liste
„Es läuft. Es läuft sogar sehr gut,“ ist Dinkelsbühls Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer sichtlich stolz auf die wirtschaftliche Entwicklung. Über 115 Mio Euro Investitionen kann der CSU-Politiker, der seit 2003 das westmittelfränkische Mittelzentrum als Stadtoberhaupt leitet, zusammen rechnen. Vor ihm liegt eine aktuelle Aufstellung, die seine Wirtschaftsförderin Simone Sellner erstellt hat. Die Tabelle listet alle gewerblichen, infrastrukturellen und kommunal bzw. kommunal-staatlichen Investitionen von 2013 – 2016 auf, soweit diese im Moment im Bauamt registriert sind.

Genehmigungsbehörde als Standortvorteil
Das Bauamt spielt hierbei mit seiner Funktion der Baugenehmigungsbehörde eine wichtige Rolle. Mit diesem Vorteil, die der Einordnung einer Großen Kreisstadt zu verdanken ist, kann Dinkelsbühl bei Standortanfragen punkten. „Wir können als Genehmigungsbehörde viele Entscheidungen schnell und unkompliziert treffen und können somit Unternehmen konkrete Angaben zu Zeitabläufen bei Bauanfragen geben,“ erläutert Dr. Hammer. Sein Dank gilt dabei ebenso dem zuständigen Landratsamt des bayernweit flächengrößten Landkreis Ansbach und der Regierung Mittelfrankens. „Wir müssen alle unsere Hausaufgaben machen und auch immer die Anliegen und Probleme der Betriebe sehen.“
Besonders freut den Chef der 11.600-Einwohnerstadt dass viele klein- und mittelständische Firmen erweitern und sich sogar neu in Dinkelsbühl ansiedeln. „Ein Baustoffhandel, ein Stalleinrichter, eine Tanzschule und ein Elektrohändler vergrößern ihren Standort, ein baden-württembergisches Bauunternehmen, ein Natursteinbetrieb und ein Dachdeckerbetrieb bauen derzeit ihren Hauptsitz bei uns“, führt Dr. Hammer spontan ein paar Beispiele auf.

500 neue Arbeitsplätze
Er ergänzt: „Wir brauchen ein Angebot an Arbeitsplätzen in allen Bereichen – im hochqualifizierten wie im angelernten Bereich“. 5.161 Arbeitsplätze bietet die Große Kreisstadt im Jahr 2013. Allein fast 500 sind in den letzten 5 Jahren hinzugekommen. Schwerpunkt ist hierbei das verarbeitende Gewerbe mit über 1.700 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Bereits an zweiter Stelle steht das Gesundheits- und Sozialwesen mit 837 Arbeitsplätzen, was vor allem auf Dinkelsbühl als Klinikstandort beruht, gefolgt vom Handel, dem Baugewerbe und der Finanz- und Versicherungsbranche – jeweils zwischen 200 und 400 Arbeitsplätze. Schätzungsweise kommen die nächsten fünf Jahre weitere 500 bis 600 Arbeitnehmer hinzu.
Stadt muss mit Investitionen mithalten und wird „schönste Altstadt Deutschlands“ (Magazin Focus Nr. 29 / 2014) bleiben

Der 52-jährige nimmt Verwaltung und Politik in die Pflicht. Stadt sowie Landkreis, Land und Bund machen ihre Hausaufgaben in Dinkelsbühl. Um die 10 Mio Euro werden derzeit in die Baustellen „Stadtwerkesanierung“, „Erweiterung Berufsschule“, „Erweiterung Altenheim“, „Neubau Intensivstation im Krankenhaus“ und „Sanierung Stadtmauer“ investiert. Hinzu kommen Infrastrukturmaßnahmen u.a. für die Erschließung neuer Wohnbaugebiete, für Gasleitungen, für Radwege, für den Straßenbau und den Omnibusbahnhof und den Breitbandausbau in Höhe von fast 20 Mio Euro.  „Wir haben erst diesem Sommer vom Nachrichtenmagazin ‚Focus‘ im Ranking ‚Schönste Altstadt Deutschlands‘ den Platz eins belegt und wir möchten für Touristen, Einheimische und Arbeitnehmer auch in Zukunft in der Altstadt, in Dinkelsbühl insgesamt und seinen Ortsteilen eine Stadt mit hoher Lebensqualität bleiben,“ definiert Dr. Hammer das Ziel.