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Sonderausstellung im Haus der Geschichte

Plakat Sonderausstellung

„Wer hat an der Uhr gedreht? – Über die Wahrnehmung und den Umgang mit der Zeit“
vom 20. November 2016 bis 5. Februar 2017

Hohe Geschwindigkeit ist eines der Hauptmerkmale unserer Gegenwart. Immer und überall geht es darum, effizienter und schneller zu werden. Da liegt der Verdacht nahe, dass Schnelligkeit allein zum Selbstzweck wird.
Innehalten, Nachdenken, Muße? Fehlanzeige! Wir sind auf Hochgeschwindigkeit getrimmt und man kann nicht NICHT mitmachen. Aber warum ist das so? Und warum ändern wir nichts? Was treibt uns an? War es schon immer so?
Aristoteles definiert Zeit als „das Maß der Bewegung nach dem Früher oder Später“. Seine Schriften begründen unter anderem auch das Nachdenken über die Zeit. Vor allem das Christentum entwickelte, an-knüpfend an die Philosophien der Antike, eigene Ideen und Theorien. Welthandel, zahlreiche Erfindungen und letztendlich der Kapitalismus haben schließlich das Raum-Zeitgefüge nachhaltig verändert. Die christliche Zeitrechnung wurde dabei trotz unterschiedlichster Kulturen und Religionen zur weltweit bestimmenden für Termingeschäfte und Handel.
Spätestens seit der Industrialisierung hat  der Kampf mit und um die Zeit begonnen: wer bestimmt darüber? Wer kontrolliert sie? Zu welchen Zweck wird Kontrolle ausgeübt? Ist Zeit Geld? Oder ist wohlhabend, wer über seine Zeit frei bestimmen kann?
Der KOMM-Bildungsbereich beschäftigt sich in seiner Ausstellung „Wer hat an der Uhr gedreht?“ mit diesen und vielen anderen Fragen zur Zeit. Er thematisiert anhand von Texten, Objekten und Rauminstallationen Machtstrukturen hinter der Zeitökonomie. Die Ausstellung fragt nach dem „wie weiter“, wenn alles optimiert ist, und stellt dabei so manche Zeit-Frage. Sie informiert spielerisch, aufklärerisch und kritisch über Aspekte der Zeit über die Jahrhunderte hinweg und bewegt sich dabei auf den Spuren der antiken Philosophen und Theologen Aristoteles und Augustinus über die Gelehrten Newton und Galilei zu den gegenwärtigen Zeitforschern Norbert Elias, Paul Virilio und Hartmut Rosa.

Eröffnung ist am Samstag, 19. November 2016 um 17 Uhr mit einer Einführung durch die Kuratoren.

Haus der Geschichte Dinkelsbühl
Altrathausplatz 14, D-91550 Dinkelsbühl
09851 902 180www.hausdergeschichte-dinkelsbuehl.de