Gründung
Wie für viele Städte, deren Entstehung im Dunkel der Völkerwanderungszeit liegt, kann für Dinkelsbühl ein genaues Gründungsdatum nicht angegeben werden. Überlieferung und Wissenschaft weisen verschiedene Wege.
Der Dinkelbauer
ist der Sage nach der Stadtgründer. Er soll seinen Hof und ein kleine Kapelle durchziehenden Karmelitermönchen geschenkt haben. Mit der Klostergründung entstand eine Ansiedlung, die Stadt Dinkelsbühl. Nachweislich kamen die Mönche aber erst im 13. Jahrhundert hierher, der Dinkelbauer ist also liebenswerte Legende.
Der Name "Dinkelsbühl"
lässt sich vom Eigennamen Dingolt herleiten, die Nachsilbe "bühl" weist auf einen Hügel hin. Keimzelle der Siedlung war wohl ein fränkischer Königshof auf dieser Anhöhe zur Sicherung einer Furt und einer wichtigen Straßenkreuzung. Die Besiedlung läßt sich so ins 7. bis 8. Jahrhundert datieren.
1188
wird die Stadt als "burgus tinkelspuhel" erstmals urkundlich erwähnt in einer Heiratsurkunde Kaiser Barbarossas für seinen Sohn Konrad von Rothenburg. Bereits damals war der Ort ein wichtiger Handelsplatz und erlangte unter den staufischen Kaisern Einfluss und weitere städtische Privilegien. Der Aufstieg zur Selbständigkeit wurde zwar im 13. und 14. Jahrhundert durch mehrere Verpfändungen behindert, Ende des 14. Jahrhunderts waren aber alle Rechte einer Reichsstadt in den Händen des Stadtregiments.
Handwerk und Zünfte
bestimmen im Mittelalter entscheidend die Wirtschaftskraft. Dinkelsbühler Schmiedeerzeugnisse wurden auf den Messen in Nürnberg, Nördlingen und Frankfurt verkauft, für das "Dinkelsbühler Tuch" existiert ein Handelsprivileg Ludwigs des Bayern von 1323. So verwundert es nicht, dass sich die erstarkten Zünfte 1387 in einem "Richtungsbrief" die Teilhabe am Stadtregiment und Gleichberechtigung erkämpften.
Die rege Bautätigkeit des 15. und 16. Jahrhunderts legt ein beredtes Zeugnis ab von der Blütezeit der Stadt. Es entstanden zahlreiche stattliche Bürgerhäuser, der heute noch vollständig erhaltene Mauerring mit einer Länge von 2,5 km, 4 großen Toren und 16 Türmen, und eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Süddeutschlands, das Münster St. Georg.
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